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Alles zu laut? - Warum die Eingewöhnung so wichtig ist

 

Viele unserer Kunden klagen nach der ersten Hörsystemanpassung über zu lautes Hören. Außerdem empfinden sie besonders helle Geräusche wie z.B. Zeitungsknistern, Wasserplätschern, Vogelgezwitscher und Geschirrklappern als unnormal laut.

 

Warum ist das so?

Die meisten Einschränkungen des Hörvermögens sind altersbedingt. Charakteristisch dafür ist die Zunahme des Hörverlustes mit der Tonhöhe, das heißt, je höher ein Ton ist, desto schlechter wird er gehört. Diese Schwerhörigkeit geht schleichend und anfangs unmerklich vor sich. Oft werden zuerst die Angehörigen darauf aufmerksam und drängen auf einen Besuch beim Ohrenarzt oder Hörakustiker.

Selbst wenn die Messergebnisse dann vorliegen heißt das noch nicht, dass der Betroffene dem Befund auch Glauben schenkt, denn er fühlt sich nicht schwerhörig. Das Gehirn hat sich im Laufe der Jahre dem veränderten Hören angepasst und sich darauf eingestellt.

Wird nun ein Hörakustiker aufgesucht, stellt er die Verstärkung des Hörsystems immer geringer ein, als es eigentlich für ein optimales Verstehen von Sprache notwendig wäre. Das ist sinnvoll, weil sonst das Hörsystem vom Kunden nicht angenommen würde. Trotz dieser sanften Einstellung gibt es häufig Probleme, sich an das neue Hören zu gewöhnen. Ein gutes Sprachverstehen ist aber ohne die dafür notwendige Verstärkung - besonders der hohen Töne - nicht zu erreichen.

 

Ein gutes Bild für die Situation eines Schwerhörigen ist das folgende:

Wenn sich jemand mehrere Jahre in ein dunkles Kämmerchen zurückzieht, entwöhnt er sich vom Sonnenlicht. Tritt er dann plötzlich ins Freie, ist er von der Helligkeit wie erschlagen und kann sie nicht aushalten. Er kann sich nicht vorstellen, dass dieses grelle Licht normal sein soll. Er geht nun entweder zurück in die Dunkelheit oder versucht, sich an das Licht zu gewöhnen - am besten schrittweise.

Es ist daher unabdingbar, dass der Hörsystemträger sich am Anfang auf ungewohnte (zum Teil störende) Geräusche einstellt und bereit ist, diese auszuhalten. Der Lohn dafür ist ein besseres Sprachverstehen nach der Eingewöhnungsphase. Das Gehirn muss sich an das veränderte Hören erst wieder gewöhnen. Da die Hörfähigkeit meistens über Jahre schrittweise nachgelassen hat, sollte - gleichsam als Umkehrprozess - die Erhöhung der Verstärkung auch allmählich stattfinden. Erstrebenswert ist eine schrittweise Erhöhung der Verstärkung in viertel- bis halbjährlichen Intervallen, um nach und nach das bestmögliche Sprachverstehen zu erreichen.